Mit dem Audi Q8 e-tron bis nach Gambia

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Ich bin im Januar/Februar in 8 Wochen mit meinem Audi Q8 e-tron von Deutschland über Marokko, die West-Sahara, Mauretanien und Senegal bis nach Gambia gefahren. Wir waren in einer Gruppe mit 3 E-Fahrzeugen unterwegs, wobei eines schon am Lac Rose aus Zeitgründen umdrehen musste. Bis Gambia waren dann noch ein Tesla Model X und mein Audi Q8 e-tron mit dabei.

Mein Q8 hatte einen einfachen Campingumbau, den ich hier im Forum auch schon mal vorgestellt hatte. Geschlafen habe ich entweder im Auto (auf Campingplätzen, Hotelparkplätzen oder Wildcamping in der Wüste) oder in Hotels (ungefähr 50/50 Verteilung über die Reise). Der Campingaufbau im Q8 hat sich dabei mal wieder super bewährt. Ich werde jetzt nur noch einen Wasserfilter nachrüsten, ansonsten aber alles so belassen für die nächsten Reisen.

Südlich von Marokko gibt es praktisch keine Ladeinfrastruktur. Geladen habe ich an 3-Phasen-Industrieanschlüssen (CEE) oder gelegentlich auch einfach an einer 1-Phasigen-Euro-Steckdose. In Gambia musste ich mich auch mal mit den blanken Drähten an eine Verteilerdose anklemmen. In Summe hat das mit dem Laden aber sehr gut geklappt. Da ich in der Regel über Nacht geladen habe und es häufig auch 32 A = 22 kW gab, musste ich praktisch nie warten, bis das Fahrzeug voll war. Ein wichtiges Lessons-Learned auf der Tour war: Der Juice Booster kommt mit fast allen Anschlüssen und Spannungsschwankungen klar, während der NRG Kick relativ schnell runterregelt oder ganz abschaltet. Für solche Touren ist der NRG Kick mit der aktuellen SW schlichtweg ungeeignet.

Am meisten haben mich auf der Tour die Wüsten beeindruckt und mein Audi Q8 e-tron hat sich auch im tiefen Wüstensand sehr gut geschlagen. Wenn ich mal im Sand stecken geblieben bin, konnte ich mich immer sehr schnell ohne fremde Hilfe mit ein bisschen Schaufeln wieder befreien. Ich habe auf der Tour auch extrem viel über das Fahren im Sand und auch das Lesen von unterschiedlichen Sandbeschaffenheiten gelernt. Sand ist nicht gleich Sand, es gibt da extreme Unterschiede. Und es war beeindruckend zu erleben, wie viel mehr im tiefen Sand geht, wenn man den Luftdruck noch mal weiter von 1,5 bar auf 0,9 bar reduziert (mein Straßenluftdruck liegt vollbeladen bei ca. 3,5 bar).  Man darf dann aber auf keinen Fall vergessen, wenn man aus dem Sand raus ist, den Luftdruck umgehend zu erhöhen, sonst sind ganz schnell die Reifen und Felgen hinüber.

Am stressigsten waren auf der Tour die Grenzübergänge und die Korruption. Wir haben zum Teil mehr als 10 Stunden für einen Grenzübertritt gebraucht.

Die Tour war auf jeden Fall ein großes Abenteuer und ich habe extrem viel dabei gelernt.

Einen detaillierten Reisebericht findet ihr auf meinem Blog unter https://ev-overlanding.com/

Fragen zu der Tour oder zu meinem Fahrzeug kann ich gerne hier beantworten.

Boris

 

Im Anhang noch ein paar Impressionen von der Reise.

 

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Und hier noch 5 weitere Fotos.

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Unglaublich tolle Bilder! Damit müsstest du doch vermutlich einer der Ersten sein, die sich von Europa aus elektrisch auf diese Reise begeben haben? Sehr inspirierend, dorthin wird es mein 2WD-Buzz vermutlich nicht schaffen 😉

Zurück auf der gleichen Route?

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Danke!

Es sind tatsächlich noch nicht so viele die meines Wissens mit einem Elektroauto die Strecke gefahren sind. Ich kenne nur vier Teams die vor mir gefahren sind und keines der Teams war in der Wüste.

Arkady Fiedler aus Polen mit einem Nissan Leaf

Renske und Marten aus Holland mit einem Skoda Enyaq

Eine französische Expedition mit mehreren Renault Ami

Silvia Brutschin mit einem Maxus Van

Meine Rückfahrt war auf annähernd der gleichen Strecke.