Auf der Canadian International AutoShow 2026 hat die kanadische Zulieferervereinigung APMA die zweite Phase ihres nationalen Vorzeigeprojekts „Project Arrow“ enthüllt. Dabei wurden zwei Prototypen präsentiert, die zeigen sollen, was technologisch möglich ist, wenn die gesamte Zulieferindustrie eines Landes kooperiert. Besonders der Elektro-Van Borealis sorgt mit seinen Eckdaten weltweit für Aufsehen.

Bild: APMA
Zwei Konzepte, zwei Zeithorizonte
Das Projekt teilt sich in zwei unterschiedliche Plattformen auf, die jeweils eine spezifische Vision für die Zukunft der Mobilität verfolgen:
1. Project Arrow Vector (SUV – Ziel: 2030)
Der Vector ist als seriennahes Konzept für das Ende dieses Jahrzehnts konzipiert.
- Leistung: 480 kW (ca. 650 PS).
- Reichweite: Geschätzte 550 Kilometer.
- Technik: Ein KI-gestütztes, 3D-gedrucktes Leichtbau-Chassis aus Polymer und Aluminium.
- Autonomie: Ausgelegt für autonomes Fahren nach Level 3.
2. Project Arrow Borealis (Van – Ziel: 2040)
Der Borealis ist die eigentliche Sensation, auch wenn er als Langzeitstudie für das Jahr 2040 und darüber hinaus angelegt ist.
- Reichweite: Die Projektbeteiligten peilen eine revolutionäre Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern an.
- Antrieb: Ein „Zero-Emissions-Antrieb“, wobei die genaue Speichertechnologie (potenziell Festkörperbatterie oder fortschrittlichste Zellchemie) noch als Forschungsgegenstand dient.
- Chassis: Ein vollständig im 3D-Druck-Verfahren hergestelltes Chassis aus einer speziellen Metalllegierung.
- Innenraum: Da der Borealis für vollautonomes Fahren nach Level 5 konzipiert ist (kein Lenkrad nötig), stehen sich die vier Sitze im Innenraum wie in einer Lounge gegenüber.
Gebündelte Innovationskraft
Hinter Project Arrow stehen über 80 kanadische Zulieferer und akademische Partner wie die Ontario Tech University. Ziel ist es, eine rein kanadische Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge zu demonstrieren. Auch wenn eine Serienproduktion durch APMA selbst nicht geplant ist, dienen die Prototypen als Technologieträger für künftige Plattformen, die auch für den Camper-Markt von morgen entscheidend sein werden.
Fazit: Mit 1.500 Kilometern Reichweite würde das Thema „Ladeplanung“ beim Camping endgültig der Vergangenheit angehören. Auch wenn der Borealis eine Vision für 2040 ist, zeigt der seriennahe Vector, dass Kanada bereits 2030 eine ernsthafte Rolle im globalen E-Markt spielen will.

