Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum des Werks in Hannover (8. März 1956 – 2026) hat Volkswagen Nutzfahrzeuge den Startschuss für eine technologische Premiere gegeben: Ab 2027 soll in Hannover die offizielle Serienproduktion des ID. Buzz AD (Autonomous Driving) anlaufen. Damit wird der E-Bulli das erste vollautonome Serienfahrzeug aus europäischer Produktion.
Die Roadmap zur Autonomie
VWN verfolgt einen klaren Zeitplan, um die Industrialisierung des autonomen Fahrens voranzutreiben:
- Vorserienproduktion 2026: Aktuell läuft bereits die Vorserienfertigung hoch. Bis Ende 2026 sollen rund 500 Einheiten produziert werden, die für großflächige Testprojekte in Europa und den USA vorgesehen sind.
- Serienstart 2027: Ab dem kommenden Jahr wird die Produktion auf Großserien-Niveau skaliert.
- Zielmärkte: Zu den ersten Großkunden zählen Mobilitätsdienstleister wie MOIA in Hamburg und Kooperationspartner wie Uber in den USA.
Technik: Level 4 für den Stadtverkehr
Der ID. Buzz AD ist für den SAE-Level 4 konzipiert. Das bedeutet, dass das Fahrzeug in definierten städtischen Einsatzgebieten vollständig fahrerlos agieren kann.
- Sensorik & Software: Das System nutzt eine Kombination aus Lidar-, Radar- und Kamerasensoren, um ein präzises 360-Grad-Umfeldbild zu erstellen.
- Einsatzprofil: VW plant, die Fahrzeuge primär als Robotaxis und Shuttles einzusetzen. Eine Zulassung für Geschwindigkeiten bis 120 km/h ermöglicht dabei auch den Einsatz auf Stadtautobahnen.
- Fahrzeuglayout: Die Serienversion des AD-Modells ist im Vergleich zu den ersten Prototypen in Länge und Höhe leicht gewachsen, um optimalen Komfort für die Passagiere im Ride-Pooling-Betrieb zu bieten.
Strategische Bedeutung für das Werk Hannover
Mit dem Erreichen der Marke von elf Millionen produzierten Fahrzeugen in diesem Jahr unterstreicht das Werk Hannover seine Rolle als zentraler Hub für innovative Nutzfahrzeuge. Die Entscheidung, die autonome Serie hier anzusiedeln, sichert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und positioniert VW als führenden Anbieter für „Mobility as a Service“ (MaaS) in Europa.
Fazit: Auch wenn der autonome ID. Buzz vorerst für Flottenbetreiber reserviert bleibt, legt VW damit den Grundstein für Technologien, die langfristig das gesamte Segment der leichten Nutzfahrzeuge und Reisemobile verändern werden.
